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Ringelnatzstadt Wurzen

Ringelnatzspielplatz


„Wer das Licht der Welt erblickt, wird das Dunkel schon noch kennenlernen.“

Dieser weitsichtige Aphorismus stammt von Hans Bötticher – besser bekannt unter seinem Pseudonym Joachim Ringelnatz *, der am 7. August 1883 in Wurzen das Licht der Welt erblickte.

Sein Geburtsort Wurzen ist eine kleine Stadt in der Nähe von Leipzig. Sein Vater Georg Bötticher arbeitete dort als Musterzeichner und Chefdesigner bei einer großen Tapeten- und Teppichfabrik. Wurzen war damals ein durchaus bedeutender Industriestandort. Die Teppichfabrik war noch bis zur Wende ein wichtiger Arbeitgeber in der Stadt und musste dann, wie viele andere Betriebe aufgeben.

Heute wirkt die Stadt etwas verschlafen, einen Besuch ist sie aber durchaus wert. Besonders natürlich für Ringelnatz Liebhaber. Auch wenn Ringelnatz dort nur seine ersten fünf Lebensjahre verbracht hat, stößt man überall auf Verweise zu dem wohl berühmtesten Sohn der Stadt. Sogar auf dem Spielplatz begegnet einem sein markantes Gesicht (siehe Titelbild)

Ringelnatz – Geburtshaus

Ringelnatz Geburtshaus

Am Crostigal 14 steht das Geburtshaus von Joachim Ringelnatz. Ein barockes Stadthaus aus dem Jahr 1678. Hier im ersten Stock hatte die Familie Bötticher eine Wohnung.
Zurzeit wird das Haus umfangreich saniert und kann nur von außen besichtigt werden. Der sehr engagierte Ringelnatz Verein ist optimistisch, dass das Haus 2020 eröffnet werden kann. Es soll für vielfältige Veranstaltungen genutzt werden und als kultureller Treffpunkt dienen.

Früher beherbergte das Ringelnatz-Geburtshaus auch eine Gedenkausstellung. Diese Ausstellung ist jetzt in das Kulturgeschichtliche Museum in der Domgasse integriert. Gezeigt werden hier einige Originaldokumente, viele seine Publikationen und auch einige seiner Bilder. Auch wenn Ringelnatz in erster Linie als Autor bekannt ist, war er doch auch als Maler und Grafiker erfolgreich. Diese Begabung hatte er wohl von seinem Vater, über den man auch einiges im Museum erfährt. Georg Bötticher war zu seiner Zeit ebenfalls ein erfolgreicher Autor und auch die Mutter Rosa Maria Bötticher soll zeichnerische und schriftstellerische Begabung gehabt haben.

Auch jenseits von Ringelnatz bietet das schön gestaltete Museum interessante Ausstellungstücke aus verschiedensten Bereichen. Von Eiszeitlichen Funden aus der Umgebung bis zu einer umfangreichen Sammlung von Friseurausstattungen und noch vieles mehr. Lohnt sich.

Das Museum ist Mittwoch – Sonntag von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 4,- €. Weitere Informationen gibt es unter www.kultur-wurzen.de/museum-wurzen/

Der Ringelnatzpfad

Stele auf dem Ringelnatzpfad
Eine der 13 Stelen auf dem Ringelnatzpfad

Eine gute Möglichkeit die Stadt Wurzen kennenzulernen bietet der Ringelnatzpfad. Er führt an 13 Stationen entlang wichtiger Sehenswürdigkeiten vor allem durch die historische Altstadt. An jedem Standort wurde eine Stele errichtet, die das Konterfei des Dichters sowie einen Gedichtauszug aus seinem umfangreichen Werk trägt.
Gekrönt werden die Stelen jeweils von einer kleinen Skulptur, die von regionalen Künstlern gestaltet wurden.

Eine Broschüre mit allen Gedichttexten und weiteren Erklärungen kann man für 2,50 € unter anderem in der Touristeninformation am Markt erwerben. Einen Übersichtsplan mit den Standorten der Stelen und weitere Informationen über Sehenswertes gibt es auf der Webseite der Stadt Wurzen: www.tourismus-wurzen.de.
Auf der Webseite des Ringelnatz-Vereins (ringelnatz-verein.de) gibt es viel Wissenswertes über den Dichter und Hinweise auf aktuelle Aktivitäten. So veranstaltet der Verein z.B. jedes Jahr den „Ringelnatz-Sommer“ mit einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm.

Wer länger in Wurzen verweilen möchte, findet z. B. bei Booking.com einige Unterkunftsmöglichkeiten in verschiedenen Preisklassen.
Stilvoll und gar nicht so teuer wohnt man im Hotel Schloss Wurzen, wo man auch gut essen kann.


Bücher von Joachim Ringelnatz gibt es in den verschiedensten Ausführungen z.B. bei Amazon * oder natürlich beim lokalen Buchhandel.* Lesen lohnt sich!


Das letzte Wort soll der Dichter selber haben. Es ist das einzige noch vorhandene Filmdokument, das ihn selber zeigt.

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Text + Fotos © Christoph Kaufmann



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